Leben der Gemeinde während der „priesterlosen“ Jahre. 2008-2016

Seit dem Tod von Vater Paul Sohnle wurde die Gemeinde nur noch von Gastpriestern betreut, die aus dem einen oder anderen Grund aus den GUS-Staaten nach Deutschland kamen. Der schwerkranke Pfarrer Vt. Mitrofan war nicht in der Lage, zu kommen und zu dienen. Er wurde von seiner eigenen Schwester in ihre Familie als Pflegebedürftiger aufgenommen. Mit ihrer tatkräftigen Hilfe konnte er seinen Dienst als Dekan für Süddeutschland, auf den er im Jahr 1999 durch den Bischof bestellt worden war, weiterführen. Das betraf auch die Geschäfte seiner Gemeinden. Er fand in Stuttgart in einer evangelischen Kirche im Stadtteil Feuerbach neue Räumlichkeiten für die Gottesdienste der Hl.-Elias-Gemeinde. Er schuf es alles aus der Ferne, aus den Krankenhäusern, und sorgte dafür, dass die Gemeinden, seine Herde, nicht ohne Gottesdienste, ohne Beichte und Kommunion blieben.


Mit dem Priester Wladimir Jegorow im großen Saal

In Tübingen wurde die Göttliche Liturgie sehr selten gefeiert, aber die Gemeindemitglieder versammelten sich sonntags weiterhin regelmäßig zur Feier der Typika und der Agape, die traditionelle Teerunde. Nach wie vor trafen sich die Gemeindemitglieder in der gemütlichen Keller-Katakombe im Schlatterhaus, um das Wort Gottes und Predigten von Metropolit Anthonij von Surozh zu lesen.

Mit dem Diakon Sergij Cherkasov in der Schlatterhaus-Kapelle
Mit dem Diakon Sergij Cherkasov in der Schlatterhaus-Kapelle


Grill auf dem Floß auf dem Neckar


Grill auf dem Stocherkahn auf dem Neckar

Sie organisierten verschiedene Veranstaltungen: Die Ausflüge mit Floßfahrten und Stocherkahn Fahrten auf dem Neckar, Grillfeste, Weihnachtsmärkte, Kinderfeste und Sonntagsschulunterricht. Familie Volohonsky hat mehrere Sommer das Kinderzeltlager mit der Wallfahrt nach Frankreich zu den Reliquien der Heiligen Odilia von Elsass durchgeführt.


Sommer-Zeltlager „Dreikönigshof“ in Rexingen, mit dem Priester Michael Buk

Die Gemeindemitglieder arbeiteten zusammen, um die Kapelle wieder vollständig zu renovieren, indem sie den Boden mit Fliesen auslegten, die Wände weiß tünchten, Schränke bauten und ein schönes Panikladilo aufhängten. Die Ikonostase wurde mit den Königlichen Toren und Türen ergänzt, Gemälde wurden angefertigt. Viele organisatorische Sorgen fielen auf die Schultern der Kirchenältesten Nadezhda Fischer und der Chorleiterin Olga Jurgons.

Mit dem Segen von Vater Mitrofan vertrat Frau Fischer traditionell unsere Gemeinde bei den regelmäßigen Treffen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Tübingen.

Tatiana Volohonsky stellte eine kleine Bibliothek aus geistlichen und liturgischen Büchern zusammen, nähte alle notwendigen Kirchengewänder und führte Buchbinderarbeiten durch. Die aktive Gemeinschaft hatte intensiv an der Übersetzung aus dem Griechischen und der Zusammenstellung des Akathistos für die Heilige gerechte Tabitha von Jaffa gearbeitet, der mit dem Segen des Erzbischofs Feofan im Moskauer „Sofrino“-Verlag veröffentlicht wurde.

Mit dem Segen des Metropoliten Filaret von Minsk und Weißrussland begannen einige Studenten der Theologischen Schulen von Minsk nach Tübingen zu kommen, um an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen die Bibel zu studieren. Der Leiter dieses Projekts war der Katholische Professor Wagner.


Gemeindemitglieder mit Professor Wagner

Unter den Gaststudenten befand sich damals auch Dimitrij Maksimovich. Die Gemeinde bat den Erzbischof von Berlin und Deutschland um seine Ordination zum Priester. Die Diakonweihe hat Vater Dimitrij am 10.12.2014 in Hamburg in der Kirche zu Ehren des Hl. Johannes von Kronstadt erlebt und die Priesterweihe am 10.12.2016 in Ulm in der „Znamenskaja“-Kirche der Gemeinde der Hll. Valentin und Pasikratus. Und er ist für Vater Mitrofan, ohne Übertreibung, sein treuer Helfer und Nachfolger geworden.


Vater Dimitrij Maksimovich

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