Deutsch-Byzantinischer Chor TABOR als Ursprung und Grundlage der Gemeinde

Im Laufe der nächsten zwei Jahre sind weitere orthodox orientierte Personen in Tübingen zusammengekommen, unter denen war die katholische Familie Zumbroich, die einen deutschen byzantinischen Chor erstellt und ein Ton-Archiv zum Byzantinisch-Ostkirchlichen Ritus TABOR gegründet hat.

Das Ehepaar Zumbroich und Pater Johannes Bücheler treten bei den Weihnachtslesungen auf.

Eberhard Zumbroich (1933–2014) war Realschullehrer von Beruf und beschäftigte sich nebenbei mit den Übertragungen von orthodoxen kirchlichen Gesängen in die deutsche Sprache. Er hat im Jahre 1970 eine Vinylplatte im Verlag Sybille von Skopnik unter dem Namen „Hymnos Akathistos“ veröffentlicht. Diese Schallplatte war so beliebt in Deutschland, dass sie zum Jahr 2005 in der 64. Auflage erschien. Der weltweite Erfolg führte zur Gründung des TABOR Ton-Archives und zur Stiftung der Verklärung-Christi-Hauskapelle in Gaildorf (BW). Papst Paul VI kontaktierte persönlich Herrn Zumbroich mit folgenden Worten:

„Sehr willkommen das Werk, das jenen uralten und ehrwürdigen Gesang des Hymnos Akathistos wiedergibt, von Ihnen selbst sachkundig ins Deutsche übertragen und in Musik gesetzt. Mit der Veröffentlichung haben Sie sich nicht nur um den Glauben und die marianische Frömmigkeit sehr verdient gemacht, die in jenem erhabenen Liede gipfelt, sondern insbesondere dadurch, dass Sie ein hervorragendes Stück orientalischer Liturgie und Theologie den deutschsprachigen, christlichen Gemeinden in großartiger Weise zugänglich gemacht haben“.

800 000 meist junge Menschen aus 193 Nationen feierten am 20. August 2005 auf dem Marienfeld bei Köln mit Papst Benedikt XVI. die Vigil mit obengenanntem Akathistos zur Gottesmutter, und etwa 200 Millionen Menschen verfolgten weltweit das Gebet im Fernsehen. Papst Benedikt XVI. hat auch beschlossen, dass

„es verdiene, bekanntgemacht, geschätzt und verbreitet zu werden; mit seinen Worten zu beten, erweitert die Seele und macht sie bereit für den Frieden, der von oben kommt, von Gott — für jenen Frieden, der Christus selbst ist, der zu unserem Heil aus Maria geboren ist“.

Darum ist es so wichtig, in der Geschichte der Tübinger orthodoxen Gemeinde zu erwähnen, dass das Ehepaar Zumbroich nicht nur die Grundlagen für die gemeindespezifischen kirchlichen Gesänge gelegt hat, sondern auch allen Choristen und Geistlichen die orthodoxen Gesänge beigebracht hat, so dass sie bis zum heutigen Tag geschätzt, geliebt und gesungen werden.

Schallplatte «Hymnos Akathistos“
Schallplatte «Hymnos Akathistos“

Zumbroichs Christi-Verklärung-Hauskapelle ist damals zum häufigsten Gottesdienstort der Tübinger Gemeinde geworden, wohin die ganze Gemeinde reiste, oft mit Übernachtung, um Ostern oder Patrozinium zu feiern. Aus den alten Gottesdienstplänen kann man ersehen, dass die Gottesdienste in Gaildorf im Jahr 1987 in der Gemeinde öfter als in Tübingen oder Wernau stattgefunden haben. Und selbst, wenn die Göttliche Liturgie in Tübingen nur einmal im Monat gefeiert wurde, (selbst fanden die Chorproben wöchentlich statt, jeden Mittwoch um 18.30).

Hilda Püschel und Christophor Pelzer beim Gottesdienst in der Verklärungskapelle in Gaildorf.

Im Tübinger Semesterprogram 1987-1988 von KHG und ESG (Katholische Hochschulgemeinde und Evangelische Studentengemeinde) konnte man unter anderem folgende Anzeige finden:

„Im Frühjahr dieses Jahres hat sich ein Chor zusammengefunden, der BYZANTINISCHE LITURGIE in deutscher Sprache für Gottesdienste einstudiert. Diese Gottesdienste sollen alle 14 Tage stattfinden. Die erste Feier BYZANTINISCHE Liturgie WIRD AM So. 3.5.87 um 20 Uhr in St. Johannes abgehalten. Alle, die Lust haben, in diesem Chor noch mitzuwirken, sind mit ganzem Herzen eingeladen, mitzusingen“.

Gemeindechor, 1989.

Und jetzt kommen wir endlich zu Ereignissen der Gründung unserer Gemeinde, die nunmehr ihre apostolische Offenheit beweisen.

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