Liebe Brüder und Schwestern!
In den letzten Tagen des zu Ende gehenden Jahres ist es üblich, Bilanz zu ziehen. Unsere Gemeinde hat im Jahr 2025 ein aktives Leben geführt, und entsprechend gibt es vieles, worauf wir zurückblicken können.
Selbstverständlich bleibt die Hauptaufgabe einer orthodoxen Gemeinde die Organisation und Pflege des regelmäßigen gottesdienstlichen Lebens. Im Jahr 2025 gab es keine einzige Woche, in der in unserer Gemeinde keine Gottesdienste gefeiert wurden.
Derzeit wird eine systematische Statistik über die Anzahl der Gottesdienste sowie der Kommunikanten geführt, was eine genauere Einschätzung der Entwicklung des Gemeindelebens und eine bessere Planung der weiteren Arbeit ermöglicht. Als Berichtszeitraum wurde der Monat September gewählt – der Beginn des kirchlichen Jahres, was sowohl aus liturgischer Sicht als auch im Hinblick auf den inneren Rhythmus des Gemeindelebens sinnvoll und nachvollziehbar ist.
Darüber hinaus gibt es in der Gemeinde mehrere stabile und gut funktionierende Tätigkeitsbereiche:
- den Kirchenchor;
- die Sonntagsschule;
- den Dienst der Marthas;
- den Bibelkreis;
- die Informationsarbeit (Instagram, Website);
- den Übersetzungsdienst während der Gottesdienste;
- missions- und friedensbezogene Stadtführungen.

All diese vielfältigen Aktivitäten bestehen und entwickeln sich ausschließlich благодаря dem Engagement, der Initiative und der aktiven Mitarbeit der Gemeindemitglieder.
Das vergangene Jahr war für unsere Gemeinde eine Zeit intensiven, lebendigen und in vielerlei Hinsicht fruchtbaren Lebens – sowohl geistlich als auch gemeinschaftlich.
1. Jubiläum der Gemeinde und kulturelles Leben
Das zentrale Ereignis des Jahres war das Jubiläum unserer Gemeinde. Zu diesem Anlass besuchte uns Erzbischof Tichon zu einem archipastoralen Besuch, ebenso wie zahlreiche weitere geehrte Gäste. Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde ein großes Konzert veranstaltet.
Zum Jubiläum wurden außerdem zwei Publikationen vorbereitet und veröffentlicht:
Darüber hinaus entstand ein Dokumentarfilm über das Leben unserer Gemeinde – in zwei Teilen, die sowohl ihre Geschichte als auch ihre Gegenwart widerspiegeln.

2. Bildungsarbeit
Im Laufe des Jahres fand in der Gemeinde eine Bibelschule statt, die zwei Semester umfasste und zu einem wichtigen Ort des gemeinsamen Bibelstudiums und theologischen Austauschs wurde.
Darüber hinaus fanden in der Gemeinde statt:
- die Präsentation des Buches von Grigorij Borissow über Bischof Thietmar von Merseburg und seine „Chronik“;
- ein Vortrag über den Kirchengesang und die Rolle von Männer- und Frauenstimmen im Gottesdienst.
Besonders hervorzuheben ist die Teilnahme von Tatjana, die unsere Gemeinde auf einer Konferenz in Moskau vertrat, die dem Andenken an Metropolit Antonij von Surozh gewidmet war.

3. Gemeindeleben und gemeinsame Veranstaltungen
Im Laufe des Jahres fanden zahlreiche warme und lebendige Veranstaltungen statt:
- gemeinsames Binden von Adventskränzen und Plätzchenbacken;
- der herbstliche Basar „Kleine Heiligtümer“;
- ein großes Gemeindefest mit Grillen und Gesang;
- der Besuch der Aufführung „Die zwölf Monate“, vorbereitet vom Theaterstudio der Nikolausgemeinde in Stuttgart.
Ein besonderes und sehr freudiges Ereignis war das Fest der Liebe – die Trauung von Carlo und Katja, die in der Gemeinde liebevoll „Katjas Fest“ genannt wurde.
4. Kinderarbeit
Im Laufe des Jahres wurde eine Kinderliturgie gefeiert sowie mehrere „Kinderpredigten“ gehalten, was einen wichtigen Bestandteil der Arbeit mit Familien und Kindern darstellte.
5. Organisatorische und praktische Aufgaben
Im vergangenen Jahr wurde viel für die Ausstattung der Gemeinde und die Verschönerung des Kirchenraums getan:
- eine Gemeindemitglied, das anonym bleiben möchte, schenkte der Gemeinde zwei handgeschriebene Ikonen – des Herrn Jesus Christus und der Gottesmutter;
- zwei große Schränke für die Kapelle wurden angeschafft und aufgebaut, wodurch wertvolle Gegenstände nun sicher aufbewahrt werden und mehr Ordnung entstanden ist – sogar unsere Teekannen verschwinden nun nicht mehr;
- es wurden Schutzhüllen für Ikonen angeschafft;
- weiße Abdeckungen für die Analogien wurden angefertigt;
- die orthodoxe Gemeinde der hl. Märtyrer Valentin und Pasikrat in Ulm schenkte einen Satz liturgischer Bedeckungen;
- verschiedene Reparaturarbeiten wurden durchgeführt, unter anderem brachte Jan die Kerzenständer und das Weihrauchfass wieder in Ordnung.

6. Soziale Arbeit (Diakonie)
Auch im Berichtsjahr unterstützte die Gemeinde weiterhin regelmäßig Linda, die Schwester von Pater Mitrofan. Zweimal jährlich sammeln die Gemeindemitglieder für sie Spenden. Diese Hilfe ist Ausdruck des Dankes für ihren über zwanzigjährigen Einsatz in der Pflege des erkrankten Vorstehers sowie für ihre langjährige Unterstützung in der Verwaltung der Gemeinde und des Dekanats.
Besonders hervorzuheben ist zudem die ehrenamtliche Übersetzungshilfe für Geflüchtete, die von Gemeindemitgliedern geleistet wird. Unsere Freiwilligen begleiten Menschen zu Arztbesuchen und Behörden, helfen bei der Orientierung im Verwaltungssystem, beim Ausfüllen von Formularen und bei alltäglichen Anliegen. Diese Hilfe erfolgt regelmäßig, erfordert viel Zeit und wird ausschließlich ehrenamtlich geleistet.
7. Herausforderungen
Auch Schwierigkeiten blieben im vergangenen Jahr nicht aus. Wir wurden mit einem Akt des Vandalismus konfrontiert – eine Informationstafel an unserer Kirche wurde beschädigt. Dieses Ereignis erinnerte uns daran, dass Offenheit und Sichtbarkeit der Gemeinde auch besondere Verantwortung und Geduld erfordern.

Schlusswort
Zusammenfassend lässt sich mit Dankbarkeit sagen, dass das Jahr 2025 für die Tübinger Gemeinde eine Zeit des Wachstums, der Festigung und der inneren Reifung war. Die Gemeinde bewahrte nicht nur ein regelmäßiges liturgisches Leben, sondern entwickelte sich weiter als lebendige Gemeinschaft mit Bildungs-, Kultur-, Missions- und Sozialarbeit.
Alle erreichten Ergebnisse wurden durch das gemeinsame Engagement von Geistlichen und Gemeindemitgliedern möglich – durch ihre Verantwortung, Initiative und Bereitschaft, Zeit, Kraft und Herz in die gemeinsame Sache einzubringen. Именно это macht die Gemeinde nicht nur zu einem Ort des Gottesdienstes, sondern zu einem wirklichen kirchlichen Zuhause.
Mit Dankbarkeit für das vergangene Jahr und mit Hoffnung auf weiteres gemeinsames Wirken treten wir in das neue Kirchenjahr ein, im Vertrauen auf Gottes Hilfe und im Dienst an Kirche und Menschen.