Заявление в связи с очередным актом вандализма (RU, DE)

Stellungnahme im Zusammenhang mit einem weiteren Akt von Vandalismus

Liebe Brüder und Schwestern, sehr geehrte Bewohner von Tübingen!

Heute sind wir erneut mit einem Akt des Vandalismus am Eingang unserer Kirche konfrontiert worden. Leider ist dies bereits der dritte Vorfall innerhalb der letzten anderthalb Monate. Zuerst wurde das Wort „Moskauer“ auf der linken Tafel übermalt, nun ist auch die rechte betroffen.

Wir wissen nicht, wer genau diese Taten begeht. Nach indirekten Hinweisen könnte es sich eher um einen Deutschen als um einen Migranten aus Osteuropa handeln, vermutlich um einen Jugendlichen.

Wie dem auch sei: Solche Ausdrucksformen von Aggression (Sachbeschädigung – § 303 StGB) sind gesetzeswidrig und erfüllen uns mit tiefer Traurigkeit.

Die Gemeinde der hl. Maria von Ägypten wurde vor 40 Jahren als Teil des Moskauer Patriarchats gegründet. Ursprünglich war sie eine deutsche Gemeinde, in der sowohl Priester als auch Gläubige ausschließlich auf Deutsch sprachen und beteten. Mit der Zeit ist die Gemeinde wahrhaft international geworden: Unser Vorsteher stammt aus Belarus, der zweite Priester aus St. Petersburg; die Hälfte unserer Gemeindemitglieder sind Geflüchtete aus der Ukraine, die gerade in unserer Kirche Trost im gemeinsamen Gebet gefunden haben. Unter uns sind auch Menschen aus Kasachstan, Moldawien und Georgien. Die Mitglieder der Gemeinde engagieren sich aktiv in sozialen Initiativen: Sie helfen im Jobcenter und in örtlichen Kliniken. Zweimal im Monat bietet ein Priester unserer Gemeinde eine kostenlose Stadtführung durch Tübingen an. In unseren Gottesdiensten beten wir für Frieden und Vergebung.

Mehrfach hat die lokale Presse über uns berichtet, und im Dezember 2024 wird unsere gemeindliche Initiative mit dem städtischen Integrationspreis ausgezeichnet. Schade, dass all diese lebendigen Fakten (die Realität!) im Bewusstsein mancher Menschen von Phantomen überlagert werden, die durch Propaganda genährt sind.

Wir sind der Verwaltung und den Bewohnern des Schlatterhauses dankbar, die uns bereits ihre Unterstützung zugesichert haben. In nächster Zeit wird dort ein Treffen stattfinden, um Maßnahmen gegen solche Taten zu besprechen. Auch der Gemeinderat wird in Kürze konkrete Schritte beraten, wie wir weiter vorgehen.

Wir nehmen das Geschehene mit Traurigkeit wahr, wollen aber nicht Böses mit Bösem vergelten.

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Röm 12,21).

Wir antworten nicht mit Hass auf Hass, sondern beten für jene, die solche Taten begehen – ohne unsere Gemeinde zu kennen und ohne zu wissen, wie das kirchliche Leben wirklich aussieht.

Unsere Gemeinde bleibt offen für Gebet, Gottesdienste und brüderliche Gemeinschaft.

Kommt alle zu uns und seid Zeugen unserer brüderlichen und internationalen Liebe.

Wir bitten euch, für Frieden und Einheit in unserer Gemeinde sowie für Eintracht in unserer Stadt Tübingen zu beten.

Mit Liebe in Christus,
Die Priester der Gemeinde