Die byzantinischen Kirchen sind im Allgemeinen der Tradition der konstantinischen Basiliken treu geblieben und damit dem Bild der profanen Basilika der griechisch-römischen Zeit.
Das heidnische Heiligtum war das Haus der Gottheit. Seine geringen Ausmaße ließen keine Massenversammlung im Innern zu.
Ebenso aus Gründen der Ablehnung dieser heidnischen Heiligtümer wie aus Nützlichkeitserwägungen wählte die Kirche für ihre Kultstätte den Grundriss der römischen Basilika.
Die römische Basilika war, genau genommen, ein weiträumiges Gebäude, das weite Säulenhallen umgaben und für gewöhnlich auf dem Forum oder auf einem zentral gelegenen Platz der Stadt erbaut war. Hier war der Treffpunkt der Allgemeinheit und gleichzeitig der offizielle Ort für geschäftliche, juristische und politische Angelegenheiten.
Eine byzantinische Kirche ist gewöhnlich geostet, das heißt von West nach Ost ausgerichtet.
Sie ist in drei große Teile aufgegliedert:
- den Narthex,
- das Schiff
- und das Heiligtum.
I. Der NARTHEX (νάρθηξ) bildet die Vorhalle der Kirche. Oft ist er doppelt: es gibt einen äußeren (Exonarthex) und einen inneren oder eigentlichen Narthex, der auch Pronaos (πρόναος) genannt wird; zwischen beiden befinden sich die Großen Türen.